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Fernbleiben vom Unterricht

Sehr geehrte Erziehungsberechtigte, liebe Eltern!


Seit dem Sommer gibt es zum Thema „Fernbleiben vom Unterricht“ einige Änderungen; der ehemals anzuwendende „5-Stufen-Plan“ ist außer Kraft gesetzt worden.

 

Deshalb erlaube ich mir über die gesetzlichen Grundlagen und etwaige Konsequenzen daraus zu informieren, um Missverständnissen und Missstimmungen in der Zusammenarbeit der Schulpartnerschaft zwischen Elternhaus und unserer Schule vorbeugen zu können.

 

§ 45 Schulunterrichtsgesetz (SchUG) gibt an, dass „…das Fernbleiben vom Unterricht nur zulässig ist bei gerechtfertigter Verhinderung (Krankheit, Gefahr von Übertragung von Krankheiten, außergewöhnliche Ereignisse im Leben des Schülers oder der Familie oder Ungangbarkeit des Schulweges)“.

 

Von jeder Verhinderung ist der Klassenvorstand oder die Schulleitung ohne Aufschub (d.h., unverzüglich, per Mail oder telefonisch) unter Angabe des Grundes zu verständigen.“ (Abs. 3)

 

Eine „Entschuldigung“ ist dem Klassenvorstand oder der Schulleitung am Tag nach Ende der Abwesenheit schriftlich und nachweislich vorzulegen (P.S.: … und nicht erst nach tagelanger Urgenz durch die Schule).

 

Bei längerem Fernbleiben oder häufigerem Fernbleiben aus gesundheitlichen Gründen kann die Schule die Vorlage eines ärztlichen Zeugnisses verlangen!“ (Abs. 3)

 

Auf schriftliches Ansuchen (vor der Abwesenheit, unter Angabe des Grundes) durch die Erziehungsberechtigten kann bis zu einem Tag der Klassenvorstand, darüber hinaus (bis zu einer Woche) die Schulleitung oder die Schulbehörde erster Instanz die Erlaubnis zum Fernbleiben erteilen“ (Abs. 4).

 

All diese Regelungen gelten sowohl für den stundenplanmäßigen Unterricht als auch für die Schulische Tagesbetreuung.

 

§ 24 Schulpflichtgesetz regelt die Verantwortlichkeit für die Erfüllung der Schulpflicht und allfällige Strafbestimmungen. „Die Eltern/Erziehungsberechtigten sind verpflichtet für die Erfüllung der Schulpflicht, den regelmäßigen Schulbesuch und die Einhaltung der Schulordnung“ (Abs. 1). „Die Nichterfüllung dieser Pflichten stellt eine Verwaltungs-übertretung dar und ist von der Bezirksverwaltungsbehörde (d.h., dem Strafamt im Stadtmagistrat Innsbruck) mit einer Geldstrafe bis zu € 440,00 (die Mindeststrafe beträgt € 110,00), bei Uneinbringlichkeit mit Ersatzfreiheitsstrafe bis zu zwei Wochen zu bestrafen (Abs. 4).

 

Außerdem besteht für die Schulleitung die Verpflichtung bei Verdacht auf Gefährdung des Kindeswohl (§ 25, Abs. 6) im Sinne des § 37 Jugendwohlfahrtsgesetz unverzüglich Meldung beim zuständigen Jugendwohlfahrtsträger zu erstatten.

 

Für die Nachmittagsbetreuung („Tagesheim“) gilt folgende Regelung: Sollte Ihr Kind vorzeitig die Betreuungszeiten verlassen müssen, ist eine schriftliche Mitteilung vorher der Leiterin des Tagesheims oder der Schulleitung auszuhändigen; ohne diese „Entschuldigung“ ist ein Entlassen vor Unterrichtsschluss nicht möglich!

 

Ich bitte Sie, die für uns alle verbindlichen Regelungen sehr ernst zu nehmen und einzuhalten, damit viele Unannehmlichkeiten vermieden und weiterhin eine wohlwollende, wertschätzende Zusammenarbeit möglich ist.

 

Mit freundlichen Grüßen

Griesser Claus

 

P.S.: Vorliegendes Schreiben wird beim Klassenforum allen anwesenden Erziehungsberechtigten vom Klassenvorstand ausgehändigt (allen verhinderten Eltern an ihr Kind am Folgetag).

 

Innsbruck, im September 2018